
Aktivitäten · 25. Juni 2026
Tagesausflug nach Lampang: Pferdekutschen, Teaktempel und Hühnerschalen
Von Das Ada House Team
Manchmal möchte man die Stadt verlassen, ohne wirklich den Norden zu verlassen. Lampang liegt etwa 100 km südöstlich von Chiang Mai — nah genug für einen ausgedehnten Tagesausflug, ruhig genug, um sich wie eine andere Epoche anzufühlen. Es ist einer der seltenen Orte in Thailand, an dem einem auf der Straße noch eine Pferdekutsche begegnen kann, und niemand scheint es besonders eilig zu haben.
Die Stadt der Pferdekutschen
Lampangs Spitzname ist mueang rot ma — „die Pferdekutschenstadt" — und er ist wohlverdient. Die ersten Kutschen kamen 1916 an, mitgebracht von Teakhändlern aus dem benachbarten Burma, genau in dem Moment, als die Eisenbahn die Stadt erreichte. Die meisten nordthailändischen Städte verabschiedeten sich irgendwann von ihnen; Lampang nie ganz, und es bleibt der letzte Ort in Thailand, wo Pferdekutschen (rot ma) noch immer als Teil des Alltagslebens durch die Straßen klappern.
Heute sind etwa hundert von ihnen unterwegs, die Fahrer in Cowboyhüten, das Zaumzeug klingelnd. Eine Runde entlang des Wang-Flusses und an den alten Tempeln vorbei ist touristisch auf die sanfteste Art — eher lokales Ritual als Themenpark-Attraktion. Wer die Hufe auf dem Asphalt hört, versteht, warum man Lampang als gemächlich bezeichnet; die ganze Stadt scheint dieses Tempo zu halten. Es ist ein völlig anderer Rhythmus als die Roller und Songthaews, an die man sich gewöhnt, wenn man Chiang Mai erkundet.

Wat Phra That Lampang Luang
Wenn man hier nur eine Sache tun kann, dann diese. Wat Phra That Lampang Luang liegt etwa 15 km außerhalb der Stadt, eine befestigte Anlage auf einem Hügel, umgeben von dicken Backsteinmauern — ein wiang, gebaut ebenso zur Verteidigung wie zur Andacht. Man steigt die zentrale Treppe hinauf und betritt einen der schönsten und am besten erhaltenen hölzernen Lanna-Tempel des Nordens.
Der offene Viharn Luang mit seinem dreistufigen Dach stammt aus dem fünfzehnten Jahrhundert und beherbergt Holz, das im Laufe der Jahrhunderte zu Honig- und Kohletönen nachgedunkelt ist. Dahinter erhebt sich ein vergoldeter Chedi von etwa 45 Metern Höhe. Auch im Mauerwerk steckt Geschichte: Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Tempel von burmesischen Besatzern gehalten, bevor lokale Kämpfer ihn zurückeroberten. Hier zu stehen bedeutet, das Gewicht des Lanna-Königreichs auf eine Weise zu spüren, die nur wenige Orte vermitteln — es lohnt sich, sich vorab über die Geschichte des Lanna-Königreichs zu informieren, und der Tempel ist ein wunderbarer Begleiter zu den Tempeln der Altstadt von Chiang Mai.
Alte Teakhäuser und die Hühnerschale
Zurück in der Stadt, schlendert man durch Talat Gao (die Altmarktstraße, auch Kad Kong Ta genannt) am Flussufer entlang. Vor einem Jahrhundert errichteten Thai-, burmesische, chinesische und britische Händler hier Kaufmannshäuser in einem fröhlichen Stilmix, und viele der alten Teakhäuser stehen noch — mit filigranem „Lebkuchen"-Schnitzwerk, Fensterläden und trägen Nachmittagen. An Wochenendabenden füllt sich die Gasse mit einem entspannten Nachtmarkt.
Dann ist da noch der Ton. Lampang ist Thailands Töpferhauptstadt, Heimat von mehr als zweitausend Keramikwerkstätten, und ihr Wahrzeichen ist die schlichte Hühnerschale (gai chon) — eine weiße Schale, von Hand mit einem Hahn, einer Pfingstrose und einem Bananenblatt bemalt. Chinesische Handwerker brachten das Handwerk Ende der 1950er Jahre in den Norden, angelockt vom lokalen Kaolinton, und wer das Muster einmal kennt, entdeckt es in Nudelrestaurants im ganzen Land. Fabrikverkäufe und das kleine Dhanabadee Ceramic Museum sind ein lohnenswerter Stopp; ein Stapel Schalen ist genau das Souvenir, das man wirklich benutzen wird — und eine natürliche Ergänzung zu den Lanna-Kunsthandwerken, die man näher an der Heimat bewundert hat. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu Lanna-Kunsthandwerk in Chiang Mai.
Anreise und die Frage, ob man übernachten sollte
Die schönste Anreise ist mit dem Zug. Lampang ist ein malerischer Halt auf der nördlichen Linie; der Morgenschnellzug legt die Strecke in etwa zwei Stunden durch Hügel und Reisfelder zurück — einfach am Bahnhof Chiang Mai einen Platz buchen und die Landschaft genießen. Busse und Minivans fahren ungefähr alle zwei Stunden und brauchen etwa neunzig Minuten; auch mit dem eigenen Auto ist die Fahrt unkompliziert.
Lampang lässt sich durchaus als langer Tagesausflug bewältigen. Aber die Stadt belohnt das Verweilen — ein Abend auf einem ruhigen Teakholzbalkon, ein gemächlicher Morgen vor der Hitze — daher lohnt sich eine Übernachtung. So oder so kehrt man ein wenig ruhiger zurück, als man aufgebrochen ist.
Gute Reise, und grüßt die Pferde von uns!
— Das Ada House Team
Häufige Fragen
Wie weit ist Lampang von Chiang Mai entfernt und wie komme ich dorthin?
Lampang liegt etwa 100 km südöstlich von Chiang Mai, nah genug für einen ausgedehnten Tagesausflug. Am schönsten reist man mit dem Zug an – der Morgenschnellzug braucht rund zwei Stunden durch Hügel und Reisfelder. Busse und Minivans fahren ungefähr alle zwei Stunden und benötigen etwa neunzig Minuten, und auch die Fahrt mit dem eigenen Auto ist problemlos.
Wofür ist Lampang am bekanntesten?
Der Spitzname der Stadt lautet mueang rot ma, die Pferdekutschenstadt, und sie ist der letzte Ort in Thailand, wo Pferdekutschen noch zum Alltagsbild gehören. Die ersten Kutschen kamen 1916 mit Teakhändlern aus dem benachbarten Burma, und heute sind etwa hundert von ihnen in den Straßen unterwegs. Eine Runde entlang des Wang River an alten Tempeln vorbei ist touristisch auf die angenehmste Art.
Welche Sehenswürdigkeit sollte ich auf keinen Fall verpassen?
Wenn du nur eine Sache unternimmst, dann Wat Phra That Lampang Luang, etwa 15 km außerhalb der Stadt. Es ist eine befestigte Anlage auf einem Hügel, umgeben von dicken Ziegelmauern, und eines der schönsten und besterhaltenen hölzernen Lanna-Tempel im Norden. Der offene Viharn Luang stammt aus dem fünfzehnten Jahrhundert, und dahinter erhebt sich ein vergoldeter Chedi auf etwa 45 Meter.
Was kann ich in Lampang kaufen oder als Mitbringsel mitnehmen?
Lampang ist Thailands Töpferhauptstadt mit mehr als zweitausend Keramikwerkstätten, und sein Wahrzeichen ist die schlichte Hühnerschüssel – eine weiße Schüssel, handgemalt mit einem Hahn, einer Pfingstrose und einem Bananenblatt. Fabrikverkäufe und das kleine Dhanabadee Ceramic Museum sind einen Besuch wert, und ein Stapel dieser Schüsseln ist genau das Souvenir, das man wirklich benutzen wird.
Kann ich Lampang als Tagesausflug machen oder sollte ich übernachten?
Ein langer Tag reicht durchaus für Lampang. Doch die Stadt belohnt längeres Verweilen – mit einem Abend auf einem ruhigen Teakholzbalkon und einem entspannten Morgen vor der Hitze lohnt sich eine Übernachtung. So oder so kehrt man ein wenig gelassener zurück, als man aufgebrochen ist.


