# Wat Ban Den: Chiang Mais beeindruckendster Tempel, eine Stunde nördlich

> Wat Ban Den bei Mae Taeng ist die weitläufige goldene Tempelanlage, die die meisten Besucher nie erreichen. Was es ist und wie man hinkommt.

Man glaubt, die Tempel Chiang Mais zu kennen. Dann biegt man nahe **Mae Taeng** von der Hauptstraße ab, die Bäume lichten sich, und ein ganzer Hügel aus goldenen und weißen Türmen breitet sich vor einem aus. Das ist **Wat Ban Den** — der prächtigste Tempel der Region, und ausgerechnet der, über den kaum jemand spricht.

## Was ihn besonders macht

Die meisten Tempel, die man in der Stadt besucht, beeindrucken durch ihr Alter. **Wat Ban Den** macht das Gegenteil. Offiziell **Wat Den Salee Sri Muang Gan** genannt, wuchs er aus einem schlichten Dorfschrein zu etwas Atemberaubendem heran: einer ganzen Anlage reich verzierter **Viharns im Lanna-Stil**, jeder ein Fest aus geschnitztem Teakholz, vergoldeten Dachtraufen und verspiegeltem Glasmosaik — alles im letzten Jahrhundert erbaut und noch immer im Wachsen begriffen.

Das Ergebnis ist Lanna-Handwerk auf höchstem Niveau — prachtvoll, weitläufig, unverschämt golden. Während die [Tempel der Altstadt](/blog/old-city-temples-chiang-mai) Jahrhunderte der Patina flüstern, singt **Wat Ban Den** aus voller Kehle. Von Drachen flankierte **Naga-Treppen** führen zwischen den Hallen empor, ihre Schlangenleiber winden sich an jedem Treppenabsatz hinab, und weiße Türme fangen das Licht aus allen Winkeln. Es ist dieselbe künstlerische Tradition, über die man in der [Geschichte des Lanna-Königreichs](/blog/lanna-kingdom-history) liest — lebendig und maximalistisch, statt hinter Glas konserviert.

Nimm dir Zeit zum Umherwandern. Jeder Viharn hat seinen eigenen Charakter — einer ganz in Karmesinrot und Gold, ein anderer kühl und weiß, ein dritter öffnet sich auf einen unerwarteten Innenhof. Es gibt keine einzige Halle, die man unbedingt gesehen haben muss, und keinen Grund zur Eile; das Vergnügen liegt einfach darin, von einer zur nächsten zu schlendern, die bemalten Decken zu bewundern und die Größe des Ortes langsam auf sich wirken zu lassen.

![Wat Ban Den: Chiang Mais beeindruckendster Tempel, eine Stunde nördlich](/blog/wat-ban-den/visual.webp)

## Die zwölf Tierkreis-Pagoden

Das Detail, das alle in Erinnerung behalten, ist die Reihe von **zwölf Pagoden**, eine für jedes Tier des **chinesischen Tierkreises**. Thailändische Pilger kommen eigens hierher, um den Chedi ihres Geburtsjahres zu ehren — sie suchen den **Drachen**, den **Hahn** oder den **Ochsen**, hinterlassen eine Gabe und verweilen in einem stillen Moment, der ganz ihnen gehört.

Wer zwischen den Pagoden umherwandert, sieht Familien, die ihre Jahrgänge von Pagode zu Pagode verfolgen, Kinder, die die Tiere laut buchstabieren. Fragt man einen Einheimischen nach seinem Tier, bekommt man meist eine herzliche Geschichte zurück. Findet euer eigenes Geburtsjahrtiertier, bevor ihr geht; an eurer Pagode zu stehen ist ein kleines, schönes Ritual, das den ganzen Ort persönlich werden lässt.

## Warum so wenige Ausländer hierher gelangen

Das ist die stille Magie von **Wat Ban Den**: Er liegt etwa eine Stunde nördlich der Stadt, gerade weit genug, dass die großen Touristenrundfahrten ihn auslassen. Statt drängelnder Menschenmassen teilt man das Gelände daher meist mit **thailändischen Pilgern** — Familien beim Picknick, Mönche, die die Innenhöfe überqueren, der ungehastete Rhythmus eines lebendigen Tempels statt einer Fotostation.

Diese Entfernung ist der eigentliche Sinn. Sie hält den Ort authentisch, und sie lässt das Gold wie eine Belohnung für die Reise erscheinen.

## So kommt ihr hin

Es sind ungefähr **45 bis 50 Kilometer** nördlich Richtung **Mae Taeng**, etwa eine Stunde mit dem Auto oder Roller. Wer sich auf zwei Rädern sicher fühlt, erlebt eine wunderschöne Fahrt durch Reisfelder; wer lieber mitfahren möchte, findet alle Möglichkeiten unter [Fortbewegung in Chiang Mai](/blog/getting-around-chiang-mai). Da es keinen direkten Bus gibt, ist ein Mietwagen oder ein roter **Songthaew** die einfachste Wahl ohne eigenes Fahrzeug.

Der Eintritt ist **kostenlos** — eine Spende ist willkommen und mehr als verdient. Kleidet euch **angemessen**, mit **bedeckten Schultern und Knien**, wie in jedem aktiven Tempel. Geht morgens, solange das Licht weich und die Hitze noch erträglich ist.

Das Beste daran: **Wat Ban Den** lässt sich wunderbar mit der restlichen Umgebung verbinden. Der ruhige Stausee am [Mae-Ngat-Damm](/blog/mae-ngat-dam-sri-lanna) ist nah genug, um ihn in denselben Ausflug einzubauen, und ein ethisches Elefantenschutzgebiet im Tal macht daraus einen erfüllten, abwechslungsreichen Tag. Wer das klassische [Doi-Suthep-Wochenende](/blog/doi-suthep-weekend) bereits erlebt hat, findet hier den natürlichen nächsten Schritt — den Tempel, der beweist, dass die Lanna-Kunst nie aufgehört hat, sich weiterzuentwickeln.

Fahrt nach Norden. Nehmt euch Zeit. Wir versprechen: Das Gold ist die Fahrt wert.

— Das Ada House Team
