# Thai-muslimisches Essen in Chiang Mai: Roti, Biryani und die Gassen von Ban Haw

> Ein Guide zu Thai-muslimischem Essen in Chiang Mai — Roti, Khao Soi, Biryani und Ziegencurry rund um die Ban-Haw-Moschee, das stille Halal-Herz der Stadt.

Nur wenige Minuten vom Night Bazaar entfernt wird es ruhiger, und die Luft duftet nach Kreuzkümmel, Holzkohle und brutzelnder Butter. Ihr seid ins Thai-muslimische Viertel Chiang Mais gewandert — eine der lohnendsten und am wenigsten besuchten Ecken der Stadt. Das Essen hier kam einst auf dem Rücken von Pferden an, und es gehört noch immer zu dem Seelenvollsten, was die Stadt zu bieten hat.

## Wer dieses Essen hierher brachte

Lange vor den Reisebussen lag Chiang Mai an den alten Karawanenrouten, die das **Lanna-Königreich** mit Yunnan im Süden Chinas verbanden. Auf diesen Wegen kamen die **Chin Haw** — muslimische Händler aus dem chinesischen Yunnan, deren Name *Chin* (China) mit *Ho*, den Hui-Muslimen des Südwestens, verbindet. Sie ließen sich nieder, heirateten, eröffneten Läden und bauten **1916** die **Ban-Haw-Moschee** (Matsayit Chiang Mai), gegründet vom yunnamesischen Kaufmann Zheng Chong Ling in einer ruhigen Gasse abseits der Charoen Prathet Road. Im Laufe des nächsten Jahrhunderts wuchs die Gemeinschaft um südasiatische und **Shan-muslimische** Familien, die jede auf ihre Weise zum gemeinsamen Tisch beitrugen.

Die schöne Überraschung ist, wie viel von Chiang Mais bekanntestem Essen auf diese Haushalte zurückgeht. Das Signature-Gericht der Stadt hat Chin-Haw-Wurzeln: Das [Khao Soi](/blog/khao-soi-chiang-mai), das ihr überall in der Stadt bestellen werdet, ist ein Verwandter der Curry-Nudeln, die auf eben diesen Routen transportiert wurden — weshalb einige der besten, weniger süßen Versionen noch immer von muslimischen Köchen in der Nähe der Moschee zubereitet werden.

![Thai-muslimisches Essen in Chiang Mai: Roti, Biryani und die Gassen von Ban Haw](/blog/thai-muslim-food-chiang-mai/visual.webp)

## Was ihr unbedingt probieren solltet

Kommt hungrig und nascht euch durch. Ein paar Dinge, auf die ihr achten solltet:

- **Roti** — der absolute Star. Ein dünner Teig wird auf einem heißen Grill in Butter geschlagen, gedehnt und gebraten, bis er herrlich knusprig ist. Bestellt ihn herzhaft mit **Ziegen- oder Rindercurry** zum Dippen, oder süß als **Roti Gluay** (Bananenroti), mit Banane gefüllt und mit Kondensmilch und Zucker verfeinert.
- **Khao Soi Neua** — die **Rind**fleisch-Variante des klassischen Nudelgerichts, tiefer und aromatischer als die übliche Hühnerversion, eine Spezialität des muslimischen Viertels.
- **Khao Mok Gai** — Thailands goldenes **Hühner-Biryani**, mit Kurkuma gelb gefärbter Reis, serviert mit einer würzigen Dipsauce und klarer Brühe.
- **Ziegen- und Rindercurrys** — langsam gegart, würzig und wärmend, mit Reis oder gerissenem Roti gegessen.
- **Samosas und Mataba** — knusprig frittierte Teigtaschen und *Mataba* (das thailändische Murtabak), ein dicker, gefüllter Roti mit gewürztem Ei, Fleisch und Zwiebeln. Pures Karawanen-Soulfood.

Ihr werdet die Fäden hier schmecken — südasiatische Gewürze, yunnamesische Technik, ein Hauch Shan- und burmesische Wärme — zu etwas verwoben, das durch und durch Chiang Mai ist. Wenn [Khao Soi](/blog/northern-thai-food) euch die Tür zur nordthailändischen Küche geöffnet hat, ist dies das Zimmer nebenan.

## Wo ihr hingehen solltet

Das Herzstück ist die Gasse rund um die **Ban-Haw-Moschee**, direkt hinter dem Night Bazaar an der Charoen Prathet Road. Abends erwachen eine Handvoll Halal-Stände zum Leben — gegrillte Spieße, Currys, Roti-Wagen — und es bleibt ruhig und freundlich, selbst wenn die [Nachtmärkte](/blog/night-markets-chiang-mai) in der Nähe aus allen Nähten platzen. **Khao Soi Islam**, der alte Chin-Haw-Laden direkt neben der Moschee, ist die klassische erste Anlaufstelle: Halal-Khao-Soi, Biryani und Currys unter einem Dach.

Tagsüber empfiehlt sich ein Besuch am **Freitagmorgen**, wenn der Yunnan-Markt gegenüber der Moschee von der Morgendämmerung bis zum Mittag stattfindet — handgemachte Nudeln, yunnamesische Snacks, frische Produkte und echtes Gemeinschaftsgefühl. Ein kurzer Spaziergang nach Norden, und die Gassen des [Warorot-Markts](/blog/warorot-market-chiang-mai) verbergen weitere muslimisch geführte Stände und chinesisch-thailändische Süßigkeiten, falls ihr noch Appetit habt. Rundet den Tag mit einem der [Thai-Desserts](/blog/thai-desserts-chiang-mai) der Stadt ab, und ihr habt euch an einem Nachmittag durch drei Handelsrouten gegessen.

## Ein Hinweis für muslimische Reisende

Dieses Viertel ist der zuverlässigste Ort in Chiang Mai für **Halal-Dining** — viele Küchen hier sind in muslimischem Besitz, und die **Ban-Haw-Moschee** hält Gebetszeiten und eine einladende Tür für Besucher offen, die sich angemessen kleiden und respektvoll eintreten. Anderswo in der Stadt achtet auf das grüne Halal-Logo oder das Wort **halal** im Fenster, und fragt ruhig nach — die Händler sind die Frage gewohnt und zeigen euch gerne die nächste muslimische Küche.

Wo auch immer ihr beginnt: Geht auf nüchternen Magen und folgt eurer Nase. Dies ist Chiang Mais stiller Tisch — hundert Jahre Karawanengeschmäcker, noch immer köchelnd, nur einen kurzen Spaziergang vom Fluss entfernt. Wir hoffen, ihr findet einen Lieblingsstand und einen Grund, wiederzukommen.

Herzlich,
das Ada House Team
