# Thaidesserts in Chiang Mai: Ein Leitfaden zu Khanom und wo man sie isst

> Mango Sticky Rice, Straßen-Roti, Khanom mit Kokosmilch und Eisspezialitäten – welche Thai-Süßigkeiten man in Chiang Mai probiert und wo man sie findet.

Die thailändische Küche ist laut und scharf – und dann dreht sie sich um und wird sanft. Die süße Seite des Tisches – **Khanom**, der Sammelbegriff für thailändische Süßigkeiten und Snacks – ist stiller, aufgebaut auf Kokos, Palmzucker und warmem Klebreis statt auf Butter und Schokolade. In Chiang Mai ist sie überall zu finden, sobald man anfängt zu schauen: ein Marktstand, ein Karren an einer Straßenecke, eine Glasvitrine im hinteren Teil eines Ladens. Hier zeigen wir euch, wie ihr euch durch diese Welt nascht.

## Das, was alle kennen: Mango Sticky Rice

Fangen wir dort an, wo man anfangen muss. **Mango Sticky Rice** (*Khao Niao Mamuang*) ist warmer, in Kokosmilch getränkter Klebreis, belegt mit reifer gelber Mango und abgerundet mit einem Schuss gesalzener Kokosmilchcreme. Das ist das Dessert, das Menschen bekehrt. Der Haken ist das Timing: Die süßesten Mangos haben in der **heißen Jahreszeit, ungefähr von März bis Mai**, Hochsaison, und einige der besten Stände öffnen nur dann. Außerhalb der Saison findet man es zwar noch, aber in der Saison ist es einfach unvergleichlich – und es passt wunderbar zu einem [Thai-Früchtekorb](/blog/thai-fruit-guide). Rechnet mit **40–60 THB** pro Portion.

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## Kokos, Palmzucker und eine heiße Grillplatte

Das ist das Herzstück von Khanom. **Khanom Krok** sind kleine Kokos-Reis-Grillküchlein – knusprige Hülle, geschmolzenes, puddingartiges Inneres – in einer mit Vertiefungen versehenen Eisenpfanne gebacken und warm paarweise serviert; man riecht sie, bevor man sie sieht. **Tako** ist ein fester, zweischichtiger Jasmin-Kokos-Pudding, oft in einem kleinen Pandanblatt-Becher angerichtet. **Bua Loy** sind zähe Reismehlbällchen, die in warmer, leicht gesalzener Kokosmilch schwimmen – so wohltuend wie eine Umarmung.

Dann gibt es die Prunkstücke. **Look Choup** (*Luk Chup*) sind winzige Marzipanfrüchte aus Mungobohnen – glänzende Miniaturchilis, Mangos und Mangosteens, fast zu hübsch zum Essen. Und die **Thong Yip** und **Thong Yot** – goldene, glänzende Eigelb-Sirup-Süßigkeiten mit Wurzeln in alten Palastküchen – sind die Art von Dingen, von denen man sich eine kleine Schachtel kauft und sie rationiert. Die meisten davon kosten **20–50 THB**.

## Abkühlung: Eisspezialitäten und Klebreissüßigkeiten

Wenn die Nachmittagshitze einsetzt, zeigt einfach auf den Eiskarren. **Nam Kaeng Sai** ist ein Berg aus feinem Crushed Ice über einer selbst zusammengestellten Mischung aus Gelees, Bohnen, Grassgelee und Sirupen; bestellt es **Ruam Mit** („alles zusammen") und lasst den Verkäufer es für euch mit Tapiokakugeln, Fadennudeln, Wasserkastanien und einem Schwall Kokosmilch zusammenstellen. Für etwas Gehaltvolleres sucht nach Klebreissüßigkeiten – **Khao Niao**, gedämpft mit Pudding oder schwarzen Bohnen, oder **Khao Lam**, Klebreis und Kokos, in einem Bambusrohr gegrillt und aufgepeelt wie ein Snack, den man sich verdient hat. Kühlende Desserts kosten etwa **30–60 THB**.

## Wo man sie findet (und was man dazu trinkt)

Die kurze Antwort: **Märkte und Nachtmärkte**. Schlendert durch einen der [Nachtmärkte](/blog/night-markets-chiang-mai) der Stadt und ihr stolpert über Khanom-Karren; die [Sunday Walking Street](/blog/sunday-walking-street) ist für sich allein schon ein Süßigkeitenspaziergang. Für die traditionellen Sachen – Schachteln mit Thong Yot, Tabletts mit Look Choup, frische Khanom Krok von Menschen, die seit Jahrzehnten nichts anderes machen – geht zum [Warorot Market](/blog/warorot-market-chiang-mai), dem pulsierenden kommerziellen Herz der Stadt. Haltet in diesem Viertel auch Ausschau nach den gebratenen Bananen-und-Ei-Roti-Karren, die aus den nahen [thailändisch-muslimischen Essgassen](/blog/thai-muslim-food-chiang-mai) herüberschwappen – süßes Roti mit Kondensmilch ist ein Dessert für sich. Und verpasst nicht die modernen Dessert-Cafés rund um Nimman, wo ihr euch zu einem angerichteten Bingsu-artigen Crushed Ice oder einer raffinierten Version von Mango Sticky Rice zwischen [Flat Whites](/blog/coffee-around-nimman) hinsetzen könnt.

Zum Trinken: Der Einstieg ist **Cha Yen**, Thai Eistee – leuchtend orange, süß, cremig mit Kondensmilch, über Eis gegossen für etwa **25–40 THB**. Das ist Dessert im Glas und macht einen wunderbaren Abschluss zu einem Teller [nordthailändischer herzhafter Küche](/blog/northern-thai-food).

Die halbe Freude an Khanom liegt darin, dass es keine Eile hat – etwas, das man auf einer Treppe, auf einer Bank oder zurück im Haus mit den Menschen teilt, mit denen man reist. Kauft ein bisschen von allem, vergleicht eure Eindrücke und findet euren Favoriten. Es ist eine der sanftesten und köstlichsten Arten, sich in Chiang Mai wie zu Hause zu fühlen.
