# Lanna-Kunsthandwerk: bedeutungsvolle Souvenirs aus Chiang Mai

> Ein Leitfaden zu Lanna-Kunsthandwerk und den besten Chiang-Mai-Souvenirs — Bo-Sang-Schirme, Silber, Seide, Holzschnitzerei und Celadon, plus Einkaufstipps.

Chiang Mai war einst die Handwerkshauptstadt des **Lanna-Königreichs** — und sieben Jahrhunderte später ist es das immer noch. Das macht beim Einkaufen einen echten Unterschied, denn die Souvenirs hier können wirklich etwas bedeuten: ein von Hand bemalter Sonnenschirm, eine Silberschale, die ein Schmied vor Ihren Augen gehämmert hat. Man muss nur wissen, was die Region herstellt und wo man das Echte findet.

## Das Kunsthandwerk, das man kennen sollte

Beginnen wir mit dem Meistfotografierten: dem **Bo-Sang-Schirm**. Im **Dorf Bo Sang** an der San-Kamphaeng-„Kunsthandwerksstraße" östlich der Stadt stellen Familien seit über einem Jahrhundert handbemalte Papier- und Seidenschirme her — seit ein wandernder Mönch die Technik aus Burma mitbrachte. Die Gestelle bestehen aus gespaltenem Bambus, das Dach aus **Sa-Papier (Maulbeerpapier)**, und Blumen und Vögel werden von Hand aufgemalt. Man kann zusehen, wie ein Maler für wenige Baht einen Pfau auf Ihre Tasche oder Kamera zaubert. Wer in der dritten Januarwoche hier ist, erlebt beim **Bo-Sang-Schirmfestival**, wie das ganze Dorf in einem Farbenrausch versinkt.

Dann ist da noch das **Silber**. Die **Wualai Road**, südlich der alten Stadtmauer, ist seit König Kawilas Umsiedlung burmesisch-shanischer Handwerker um 1800 das Silberschmiedsviertel. Das Markenzeichen ist Treibarbeit (Repoussé) — Schalen und Platten, die von hinten in Relief gehämmert werden — und das Klopfen aus den offenen Werkstätten ist noch immer zu hören. **San Kamphaeng** ist die Adresse für handgewebte **Seide und Baumwolle**, die meterweise oder als fertige Schals und Kissenbezüge verkauft wird. Im Dorf **Ban Tawai** in **Hang Dong** reiht sich Straße an Straße mit geschnitztem Teakholz — von Teelöffeln bis zu Tempeltüren. Dazu kommen **Celadon** — das blassgrüne Steinzeug mit seiner feinen Craquelé-Glasur —, glänzende mehrschichtige **Lackwaren** und die indigogefärbten, kreuzgestickten **Bergvölker-Textilien** der Hmong, Karen und Lahu. Eine Region, die wirklich noch Dinge herstellt.

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## Wo und bei wem man einkauft

Die einfache Antwort: die **Walking Streets**. Die [Samstags-Walking-Street](/blog/sunday-walking-street) führt direkt die **Wualai Road** entlang — man kauft Silber also im eigenen Viertel der Silberschmiede, oft direkt am Stand des Herstellers. Die Sonntagsstraße durch die Altstadt ist größer und breiter — Schirme, Papierlampen, Holzarbeiten, Textilien — und ist gleichzeitig einer der schönsten [Nachtmärkte](/blog/night-markets-chiang-mai) der Stadt, durch den man mit einem Snack in der Hand schlendern kann.

Wer die Handwerker selbst erleben möchte, fährt die **San-Kamphaeng-Straße** entlang: Bo Sang für Schirme, die Weberei- und Celadon-Werkstätten entlang der Straße, Ban Tawai für Holz. Viele lassen Besucher bei der Produktion zuschauen, und die Preise direkt vor Ort sind meist günstiger als in der Stadt. Das lässt sich wunderbar mit einem Besuch der [heißen Quellen von San Kamphaeng](/blog/san-kamphaeng-hot-springs) am Ende der Straße verbinden. Zurück in der Stadt ist der **Warorot-Markt** (Kad Luang) die unscheinbare, aber großartige Option — ein jahrhundertealter Markt, auf dem Stoffe aus [Bergvölker-Textilien](/blog/hill-tribes-northern-thailand) und Hmong-Stoffreste zu einem Bruchteil der Touristenpreise verkauft werden. Und wer möchte, dass das Geld direkt ins Dorf fließt, findet in Fairtrade-Läden wie Thai Tribal Crafts Stücke, die mit der herstellenden Gemeinschaft gekennzeichnet sind. Speziell für Keramik lohnt sich ein [Tagesausflug nach Lampang mit seinen berühmten Hahnenschalen, Pferdekutschen und Teaktempeln](/blog/lampang-day-trip) — die bemalte Hühnerschale ist eines der bekanntesten Tonwaren Nordthailands.

## Gut einkaufen

Ein paar ehrliche Tipps. **Handgemachtes hat kleine Unvollkommenheiten** — ein leicht ungleichmäßiges Gewebe, eine zitternde Pinselline, eine Hammerspur — während Massenware makellos und regalweit identisch ist. Bei Silber lohnt sich der Blick auf den Stempel „925" für Sterling; viel des günstigen „Silbers" ist Alpaka-Legierung, was in Ordnung ist, wenn man weiß, wofür man zahlt. Echtes **Celadon** hat diese feine Glasurrissigkeit und ein angenehmes Gewicht. Und **Sa-Papier** sollte sich faserig und leicht unregelmäßig anfühlen — niemals plastikähnlich.

Was die Preise betrifft: Rechnen Sie mit etwa 150–400 THB für einen kleinen bemalten Schirm, einigen Hundert für einen anständigen Seidenschal und mehr für hochwertiges Silber oder geschnitztes Teakholz. Sanftes Feilschen ist auf Märkten und in Dörfern üblich — Preis erfragen, etwas weniger anbieten, sich in der Mitte treffen und freundlich bleiben. Ein Lächeln erledigt den größten Teil der Arbeit; hartnäckig um die letzten zwanzig Baht zu feilschen wirkt unhöflich, und ein Blick in unseren [Knigge-Ratgeber](/blog/thai-etiquette-for-visitors) lohnt sich vorab. Bei Lebensmitteln und Fairtrade-Läden mit Festpreisen wird nicht gefeilscht.

Was auch immer man mit nach Hause nimmt — einen Sonnenschirm, einen gehämmerten Becher, einen Meter indigoblauen Baumwollstoff — man hat etwas, das von einem Paar Hände in diesem Tal gefertigt wurde, nicht in einer Fabrik irgendwo auf der Welt. Das ist das Souvenir, das den Kofferraum wert ist.
