# Tagesausflug nach Lampang: Pferdekutschen, Teaktempel und Hühnerschalen

> Tagesausflug von Chiang Mai nach Lampang — Pferdekutschen, ein hölzerner Lanna-Tempel und die Hühnerschalen der Töpferhauptstadt Thailands.

Manchmal möchte man die Stadt verlassen, ohne wirklich den Norden zu verlassen. **Lampang** liegt etwa 100 km südöstlich von Chiang Mai — nah genug für einen ausgedehnten Tagesausflug, ruhig genug, um sich wie eine andere Epoche anzufühlen. Es ist einer der seltenen Orte in Thailand, an dem einem auf der Straße noch eine Pferdekutsche begegnen kann, und niemand scheint es besonders eilig zu haben.

## Die Stadt der Pferdekutschen

Lampangs Spitzname ist **mueang rot ma** — „die Pferdekutschenstadt" — und er ist wohlverdient. Die ersten Kutschen kamen **1916** an, mitgebracht von Teakhändlern aus dem benachbarten Burma, genau in dem Moment, als die Eisenbahn die Stadt erreichte. Die meisten nordthailändischen Städte verabschiedeten sich irgendwann von ihnen; Lampang nie ganz, und es bleibt der letzte Ort in Thailand, wo **Pferdekutschen (rot ma)** noch immer als Teil des Alltagslebens durch die Straßen klappern.

Heute sind etwa hundert von ihnen unterwegs, die Fahrer in Cowboyhüten, das Zaumzeug klingelnd. Eine Runde entlang des **Wang-Flusses** und an den alten Tempeln vorbei ist touristisch auf die sanfteste Art — eher lokales Ritual als Themenpark-Attraktion. Wer die Hufe auf dem Asphalt hört, versteht, warum man Lampang als gemächlich bezeichnet; die ganze Stadt scheint dieses Tempo zu halten. Es ist ein völlig anderer Rhythmus als die Roller und Songthaews, an die man sich gewöhnt, wenn man [Chiang Mai erkundet](/blog/getting-around-chiang-mai).

![Tagesausflug nach Lampang: Pferdekutschen, Teaktempel und Hühnerschalen](/blog/lampang-day-trip/visual.webp)

## Wat Phra That Lampang Luang

Wenn man hier nur eine Sache tun kann, dann diese. **Wat Phra That Lampang Luang** liegt etwa 15 km außerhalb der Stadt, eine **befestigte Anlage auf einem Hügel**, umgeben von dicken Backsteinmauern — ein *wiang*, gebaut ebenso zur Verteidigung wie zur Andacht. Man steigt die zentrale Treppe hinauf und betritt einen der schönsten und am besten erhaltenen **hölzernen Lanna-Tempel** des Nordens.

Der offene **Viharn Luang** mit seinem dreistufigen Dach stammt aus dem fünfzehnten Jahrhundert und beherbergt Holz, das im Laufe der Jahrhunderte zu Honig- und Kohletönen nachgedunkelt ist. Dahinter erhebt sich ein vergoldeter **Chedi** von etwa 45 Metern Höhe. Auch im Mauerwerk steckt Geschichte: Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Tempel von burmesischen Besatzern gehalten, bevor lokale Kämpfer ihn zurückeroberten. Hier zu stehen bedeutet, das Gewicht des **Lanna-Königreichs** auf eine Weise zu spüren, die nur wenige Orte vermitteln — es lohnt sich, sich vorab über die [Geschichte des Lanna-Königreichs](/blog/lanna-kingdom-history) zu informieren, und der Tempel ist ein wunderbarer Begleiter zu den [Tempeln der Altstadt von Chiang Mai](/blog/old-city-temples-chiang-mai).

## Alte Teakhäuser und die Hühnerschale

Zurück in der Stadt, schlendert man durch **Talat Gao** (die Altmarktstraße, auch Kad Kong Ta genannt) am Flussufer entlang. Vor einem Jahrhundert errichteten Thai-, burmesische, chinesische und britische Händler hier Kaufmannshäuser in einem fröhlichen Stilmix, und viele der alten Teakhäuser stehen noch — mit filigranem „Lebkuchen"-Schnitzwerk, Fensterläden und trägen Nachmittagen. An Wochenendabenden füllt sich die Gasse mit einem entspannten Nachtmarkt.

Dann ist da noch der Ton. Lampang ist **Thailands Töpferhauptstadt**, Heimat von mehr als zweitausend Keramikwerkstätten, und ihr Wahrzeichen ist die schlichte **Hühnerschale (gai chon)** — eine weiße Schale, von Hand mit einem Hahn, einer Pfingstrose und einem Bananenblatt bemalt. Chinesische Handwerker brachten das Handwerk Ende der 1950er Jahre in den Norden, angelockt vom lokalen Kaolinton, und wer das Muster einmal kennt, entdeckt es in Nudelrestaurants im ganzen Land. Fabrikverkäufe und das kleine **Dhanabadee Ceramic Museum** sind ein lohnenswerter Stopp; ein Stapel Schalen ist genau das Souvenir, das man wirklich benutzen wird — und eine natürliche Ergänzung zu den **Lanna-Kunsthandwerken**, die man näher an der Heimat bewundert hat. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu [Lanna-Kunsthandwerk in Chiang Mai](/blog/lanna-handicrafts-chiang-mai).

## Anreise und die Frage, ob man übernachten sollte

Die schönste Anreise ist mit dem **Zug**. Lampang ist ein malerischer Halt auf der nördlichen Linie; der Morgenschnellzug legt die Strecke in etwa zwei Stunden durch Hügel und Reisfelder zurück — einfach am [Bahnhof Chiang Mai](/blog/train-station-chiang-mai) einen Platz buchen und die Landschaft genießen. Busse und Minivans fahren ungefähr alle zwei Stunden und brauchen etwa neunzig Minuten; auch mit dem eigenen Auto ist die Fahrt unkompliziert.

Lampang lässt sich durchaus als langer Tagesausflug bewältigen. Aber die Stadt belohnt das Verweilen — ein Abend auf einem ruhigen Teakholzbalkon, ein gemächlicher Morgen vor der Hitze — daher lohnt sich eine Übernachtung. So oder so kehrt man ein wenig ruhiger zurück, als man aufgebrochen ist.

Gute Reise, und grüßt die Pferde von uns!

— Das Ada House Team
