# Die Bergvölker Nordthailands: Wer sie sind und wie man sie respektvoll besucht

> Ein respektvoller Leitfaden zu den Bergvölkern Nordthailands — Karen, Hmong, Akha, Lahu, Lisu und Mien — und wie man ihnen würdevoll begegnet.

Die Berge nördlich und westlich von Chiang Mai sind die Heimat von Völkern, die über Jahrhunderte hierher kamen — jedes mit seiner eigenen Sprache, Tracht, seinem Glauben und seiner Geschichte. Sie werden oft unter dem Begriff „Bergstämme" zusammengefasst — ein praktisches, aber umstrittenes Etikett, das echte Unterschiede einebnet und einen Hauch des Exotischen mit sich bringen kann. Wir bevorzugen es, von Hochlandgemeinschaften und ethnischen Minderheiten zu sprechen, von Nachbarn statt von Attraktionen, und sie so zu benennen, wie sie sich selbst nennen.

## Wer sie sind

Die **Karen** sind die größte Gruppe — etwa eine Million Menschen in ganz Thailand. Sie sprechen tibeto-birmanische Sprachen und gliedern sich hauptsächlich in Sgaw und Pwo. Viele sind erfahrene Weber und Bauern; Karen-Gemeinschaften findet man an den Hängen des [Doi Inthanon](/blog/doi-inthanon), Thailands höchstem Gipfel. Eine kleine Untergruppe der Karenni, die **Kayan** (oft Padaung genannt), sind jene Frauen, die im Ausland als „Langhals" bekannt sind, weil sie ab dem Kindesalter Messingringe tragen — sie stehen im Mittelpunkt einer Kontroverse, auf die wir noch eingehen werden.

Die **Hmong** haben ihre Wurzeln in der Region des Gelben Flusses in China und sprechen eine Hmong-Mien-Sprache; sie sind bekannt für lebhafte Batik- und Stickarbeiten. Die **Mien**, auch Yao genannt, sind ihre sprachlichen Verwandten, erkennbar an rotbesetzten Jacken, Turbanen und feinem Silberschmuck. Die **Akha**, die im vergangenen Jahrhundert aus Yunnan einwanderten, sprechen eine Loloish-Sprache und sind bekannt für aufwendige Perlen- und Silberkopfschmucke — und zunehmend auch für den Hochlandkaffee, den sie anbauen. Die **Lahu** und **Lisu**, beide mit tibetischen und yunnamesischen Wurzeln, vervollständigen das Bild: die Lahu in schwarz-roten Jacken, die Lisu in bunten, mehrfarbigen Tuniken. Die meisten sprechen heute neben ihrer eigenen Sprache auch Thai, und viele bewirtschaften die Hochlagen — Reis, Gemüse und immer häufiger den Arabica-Kaffee, der die Cafés in der Stadt füllt.

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## Respektvoll besuchen

Das Wichtigste, was man vor dem Besuch verstehen sollte, ist der Unterschied zwischen dem Begegnen von Menschen und dem Konsumieren von Menschen. Die inszenierten „Langhals-Dörfer" in der Nähe von Mae Hong Son und auf Tagesausflugsprogrammen sind das deutlichste abschreckende Beispiel. Viele sind eingezäunte Anlagen mit Eintrittsgeld, in denen Kayan-Frauen — Flüchtlinge aus Myanmars langem Bürgerkrieg — faktisch dazu gezwungen sind, ihre Messingringe und traditionelle Tracht zu tragen, um ihr Aufenthalts- und Verdienstrecht zu behalten. Menschenrechtsbeobachter haben sie als „Menschenzoos" bezeichnet, und die Frauen selbst haben die Scham beschrieben, wie Tiere fotografiert zu werden. Die Einnahmen erreichen sie selten auf faire Weise. Was auch immer die Broschüren versprechen: Das ist kein kultureller Austausch, sondern Zurschaustellung — und wir bitten euch, darauf zu verzichten.

Es gibt weit bessere Möglichkeiten, Hochlandgemeinschaften kennenzulernen. Wählt gemeinschaftsbasierten und fair-trade-Tourismus, bei dem die Dorfbewohner das Erlebnis selbst gestalten und leiten und die Einnahmen behalten — Homestays, Handwerksworkshops, geführte Wanderungen. Entscheidet euch für ethisch handelnde Trekking-Anbieter, die *mit* einem Dorf zusammenarbeiten, anstatt es zu durchparadieren. Unsere Hinweise zum [Wandern und Trekking rund um Chiang Mai](/blog/hiking-trekking-chiang-mai) helfen euch dabei, sie zu unterscheiden — und dieselben Grundsätze, die unsere Ratschläge zum [ethischen Elefantenerlebnis in Chiang Mai](/blog/ethical-elephants-chiang-mai) leiten, gelten auch hier. Die stillen Berge rund um [Chiang Dao](/blog/chiang-dao) oder die kühlen Hochlandhänge von [Doi Ang Khang nahe der Grenze zu Myanmar](/blog/doi-ang-khang) beherbergen Gemeinschaften, die ein ganz normales, uninszeniertes Leben führen.

Die Etikette ist einfach und menschlich. Fragt, bevor ihr jemanden fotografiert, und akzeptiert ein Nein. Kleidet euch bescheiden, wie ihr es beim Besuch eines Hauses oder Tempels tun würdet. Lernt ein paar Begrüßungsworte — selbst ein wenig [Thai](/blog/learn-thai-language-chiang-mai) bewirkt viel, und die allgemeinen Hinweise in unserem Leitfaden zur [Thai-Etikette für Besucher](/blog/thai-etiquette-for-visitors) gelten auch im Hochland. Und kauft direkt beim Hersteller.

## Wie man sie unterstützen kann

Gut ausgegebenes Geld bewirkt wirklich etwas. Kauft Textilien, Stickereien und Silberschmuck von den Menschen, die sie hergestellt haben, nicht von Zwischenhändlern in der Stadt. Sucht nach Akha-Kaffee und anderen Hochlandkaffees — einige der besten Bohnen Thailands kommen von diesen Hängen, und fair-trade-Röster geben den Preis fair an die Bauern weiter. Es lohnt sich auch zu wissen, dass viele dieser Gemeinschaften staatenlos sind: Bergvölker machen den Großteil der staatenlosen Bevölkerung Thailands aus — oft durch Grenzveränderungen und verschärfte Staatsangehörigkeitsgesetze, nicht durch eigene Wahl, was sie vom Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung ausschließt. Jüngste Reformen haben begonnen, die Einbürgerung zu beschleunigen, doch der Kampf ist noch lange nicht vorbei.

Diese Hochlagen sind seit weit länger als jede moderne Grenze die Heimat vieler Völker, eingewoben in die ältere Geschichte des [Lanna-Königreichs](/blog/lanna-kingdom-history). Geht behutsam vor, hört mehr zu als ihr fotografiert, und lasst die Menschen, denen ihr begegnet, die Autoren ihres eigenen Lebens bleiben.
